Cebit-Tourist

Briefe aus der Zwischenzeit

Cebit-Tourist Cover – Fernando Offermann

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Paperback · 38 Seiten · 5,90 €
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ISBN 978-3-6957-3614-0

Cebit-Tourist ist ein Buch von Fernando Offermann — ein literarisches Tagebuch aus Hannover, März 2001, kurz bevor die Dotcom-Blase platzt. Mit einem Epilog nach 25 Jahren.


Es liegt in der Natur der Vernunft, die Dinge unter einem Gesichtspunkt der Ewigkeit zu erfassen.
— Spinoza, Die Ethik


Craig Venter knackt den Coca-Cola-Kode!
— Christoph Schultheis, E-Mail vom 24. März 2001


Hannover, März 2001. Sieben Tage Cebit, kurz bevor die Dotcom-Blase platzt. Fernando Offermann berichtet für die Netzeitung — über Rosi mit dem Mobiltelefon, Dampflokfahrten mit Konzernvertretern und die Frage, warum alle nur an Konzertkartenbestellungen dachten.

830.000 Menschen wollen wissen, was die Zukunft ist, ohne genau sagen zu können, was sie sich davon erhoffen. Ein Tagebuch in literarischen Bildern. Nichts wird erklärt. Alles ist da.


Für die Konzertkarten, die nie bestellt wurden.


Der Autor Fernando Offermann lebt in Berlin.


Mehr:
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Das Buch ist:

  • kein Ratgeber
  • kein Messebericht
  • keine Erfolgsgeschichte
  • keine Verklärung
  • kein Hype

Über das Buch:

Offermann beobachtet, notiert, hält Abstand. Keine Analyse, keine Prognose. Nur Bilder: Rosi, die im Abteil alle Verwandten anruft und ihnen sagt, dass sie nicht lange reden kann. Johannes, der Streaming-Scout, der mit seiner Ausrüstung ein wenig der Mir-Raumstation gleicht, fehlt nur der Weltraum. Die Frau im grauen Kostüm, die vom IBM-Dach aus die Manager im Regen beobachtet. Männer im Anzug, die auf Tretrollern den Trenchcoat hinter sich herwehen lassen. Und die Hostessen, die die Cebit weniger mögen als die Art Cologne oder die Frankfurter Buchmesse – und die den Besuchern lieber den Rücken zudrehen. Look & Feel schreibt Samsung ihnen auf den Rücken, Dante und die ewige Bilanzpressekonferenz und der Trost im siebten Höllenkreis.

Was die Cebit 2001 war, lässt sich schwer in eine Kategorie pressen. Eher ein Stimmungsbild aus einer Zeit, die sich selbst noch nicht verstand – 830.000 Menschen, die wissen wollten, was die Zukunft ist, ohne genau sagen zu können, was sie sich davon erhoffen.

25 Jahre später kehrt der Autor in einem Epilog zu diesen Tagen zurück. Zufällig tauchen die Texte im Archiv auf, im Netz waren sie längst verschwunden, wie die Zeitung auch. Es war nicht nur ein Dokument der Dotcom-Ära, sondern auch eine persönliche Bilanz: wie endete das für ihn, für andere? Ein „kress“-Beitrag hineinmontiert. Zusammenbruch. Eine Zeitung, die zu Lycos Europe gehörte, das kurz vor der Implosion stand und zu Bertelsmann gehörte. Und kurz danach: die Flugzeuge. Der Epilog erklärt nicht. Er sieht hin.